„Und?“ :sie grinste. „Wie fandest du es?“ :fragte sie ihn. „Eigentlich ganz gut.“ :grinste er zurück. „Und nun? Wollen wir uns die Blaubeerpfannkuchen zum Frühstück machen?“ :fragte er sie. Sie sah ihn an. „Aber natürlich. Da freue ich mich schon die ganze Zeit drauf!“ Wohl nur auf die Pfannkuchen, mh? :dachte er sich spöttisch.
„Du musst sie aber machen. Bei meinem Glück wird das sonst nämlich nichts mit dem Frühstück.“ : sagte sie zu ihm. Er stand auf und fing an den Teig für die Pfannkuchen zuzubereiten. „Soll ich mehr machen als sonst?“ :er schaute fragend zu ihr herüber. „Ja, bitte. Ich habe großen Hunger.“ :gestand sie ihm.
Also machen wir mal das Doppelte :dachte er sich. Sie legte ihm einen Schneebesen neben seine Schüssel. „Du willst, dass ich diese Menge mit einem Schneebesen verrühre?“ :er konnte nicht anders als unweigerlich grinsen. „Hast du keinen Handmixer? :fragte er sie. Sie drehte sich um und streckte sich. Der Handmixer war im obersten Fach des Regals untergebracht. Natürlich hätte er ihr jetzt zur Hilfe eilen können. Doch wie war das doch gleich mit der Emanzipation? Er genoss lieber den schönen Ausblick auf ihren hübschen Hintern und sah zu wie sie versuchte an den Mixer zu kommen.
Nach einer Weile brutzelten die Pfannkuchen in der Pfanne und beide unterhielten sich währenddessen. Eins verstehe ich noch immer nicht, ging ihm durch den Kopf, wieso deutet sie nur so oft auf ihre Reise in den Ferien hin. Seitdem wir was zusammen machen, sogar in der Uni schon, kommt sie immer wieder drauf zurück. Möchte sie, dass ich mich dazu äußere? Oder vielleicht versucht sie mir auch klar zu machen, dass das hier nur dem beidseitigen Vergnügen dient. Ich versteh es nicht. Was würde ich drum geben, um ihr mal in die Karten schauen zu können. Er grinste. Ein Pfannkuchen nach dem anderen verließ die Pfanne und wanderte in den Backofen. Nachdem auch der letzte Teig verbraucht und die letzten Blaubeeren platziert waren, konnten sie endlich essen.
„Und? Wie schmecken sie dir?“ : er sah fragend zu ihr rüber. „Och ja, ganz passabel.“ :gab sie ihm keck zurück. „Ich werde es ja so genießen wenn ich endlich im Urlaub bin! Man vergisst die Leute, das Land, man vergisst einfach alles, was damit zu tun hat. Einfach alles und jeden.“ :sagte sie. Er legte das Besteck auf den Teller und sah sie an : „Alles und jeden, mh? Das wäre aber sehr schade! Zudem ich mir nicht vorstellen kann, dass du alles und jeden vergisst nur Aufgrund eines 14 tägigen Urlaubs.“ „Ach Florian, vielleicht ist es ja nicht das Land sondern die Leute, die ich besuchen fahre.“ :gab sie ihm zu verstehen.
Aber natürlich! Wie engstirnig muss man eigentlich sein, um das nicht zu begreifen. So was kann auch nur mir passieren, rannte durch seinen Kopf wie eine billige Leuchtreklame, Sie hat die Tage schon mal von ihm erzählt. Und das nicht nur einmal. Darum war es so schwierig ihr in die Karten zu schauen. Er grinste unweigerlich über seine eigenen Gedanken, die sich zu überschlagen drohten. Du hast mal wieder jeden Rat, den du bekommen hast, über Bord geworfen. Du solltest dir Zeit lassen, hat sie gesagt. Du solltest auf keinen Fall etwas überstürzen, hat sie gesagt. Wenn ich ihr davon erzähle, wird sie mir vorhalten : „Wieso willst du einen Rat von mir wenn du ihn doch dann eh konsequent ignorierst?“
Beide aßen auf und es herrschte ein reger Small-talk . Er half ihr abräumen und abwaschen. In seinem Kopf ging immer noch alles drunter und drüber. Sollte er jetzt etwas sagen? Sollte er das einfach so hinnehmen und dieses Essen damit ausklingen lassen? Dass er die Karre in den Dreck gefahren hatte, war ihm mehr als bewusst. Du hast zu ihr gesagt, dass du sie mehr als nur interessant findest. Damit war eine gewisse Tendenz gesetzt und ihrer Andeutung nach zu Urteilen völlig fehl am Platz.
„Wollen wir noch etwas machen?“ :fragte er sie. „Du, ich muss echt noch lernen. Ich habe noch zwei Klausuren vor mir und dafür muss ich noch was schaffen.“ :antwortete sie. Damit wäre die Sache dann wohl gegessen, :dachte er sich, im wahrsten Sinne des Wortes.
Sie brachte ihn zur Tür. Nachdem er die Jacke und die Schuhe angezogen hatte, verabschiedeten sich beide von einander. Er hatte das Gefühl, dass er mehr sagen sollte als nur: „Bis bald“ , doch ihm viel in dem Moment nichts ein; was passend gewesen wäre. Und da von ihr nichts mehr kam; drehte er ihr den Rücken zu mit der Gewissheit, dass er wohl so schnell nicht mehr durch diese Tür gehen würde.
Ich möchte diese Geschichte einer Freundin von mir widmen. Sie hat mich in kürzester Zeit durchschaut und wenn ich ihre Ratschläge einmal befolgen würde, hätte ich es wohl deutlich leichter. Ich hoffe ihr dadurch zeigen zu können wie sehr ich sie doch schätze. Ein Dankeschön an die Dame mit dem Krebs auf der Jeans.
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